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Vorflut


Die Vorflut wird durch den ober- und unterirdischen Abfluss bestimmt. Der Abfluss stellt sich aus den Niederschlägen ein. Natürliche Wasserkreisläufe und daraus resultierende Landschaften finden wir in Deutschland nur noch selten an. Durch anthropogene Einflussnahmen wurden zielgerichtet Kultur- und Industrielandschaften geschaffen. Analog der Zielvorstellung wurden Zonen/Gebiete geschaffen, die einer entsprechenden Zweckbestimmung gewidmet wurden.

So gibt es Gebiete für Industrie, Landwirtschaft und Siedlung. In der Landwirtschaft ist der wesentliche Faktor zur unterschiedlichen Nutzung der belüftete Bodenbereich, sprich der Flurabstand der zwischen Geländeoberkante und Grundwasserstand besteht. In Bodenkarten sind diese Zonen gemäß Ihrer Zweckbestimmung gekennzeichnet.

© Hubert von Grabczewski - Bereiche zwischen Geländeoberkante und Grundwasserstauer


So gibt es Zonen für Ackerbau (Ackerland), Viehzucht (Grünland), Gartenbau (Gartenbauland) und Siedlungsbereiche.

Auch in ehemaligen Feuchtgebieten wurden diese Nutzungen geschaffen, indem man seit Jahrhundeten Meliorationen (Bodenverbesserungen) durchführte.

Der königlich preussischen Baurat G. Tolkmit, schrieb hierzu in seinem seinem Buch „Wasserbaukunst“, das im Wissenschaftsverlag von Wilhelm Ernst & Sohn im Jahre 1898 verlegt wurde, folgendes:

„Die Tiefe des Grundwasserstandes unter der Bodenoberfläche ist von sehr großer Bedeutung für die Vegetation, ferner haben die Schwankungen desselben einen großen Einfluss auf die landwirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse. Durch hochstehendes Grundwasser wird der Boden kalt und ertraglos, wohl gar sumpfig und durch Fieberluft gesundheitsschädlich.
In bewohnten Orten hat das Sinken des Grundwassers häufig ungesunde Zeiten mit Neigung zum auftreten des Typhus durch Zersetztung der feucht gebliebenen fäulnißfähigen Bestandteile des Bodens zu Folge.
Deshalb muss man dahin streben, den Grundwasserstand der Städte möglichst unveränderlich zu machen, wozu zweckmäßig angelegte Drainierungen und Stauanlagen wesentlich beitragen können.“

In Siedlungsgebieten wurden als Folge industrieller Auswirkungen, so u.a. Flurabstände von > 3,0 m ab Geländeoberkante bestandssicher garantiert. Um dies zu gewährleisten, wurden zuständige Wasser- und Bodenverbände eingerichtet.

Treten Unregelmäßigkeiten in den vorfluthaltenden Gewässern ein, wird dadurch der unterirdische Abfluss behindert und es stellt sich ein unterirdischer Aufstau ein. Als Folge erhöhen sich die Grundwasserstände. Für Raumordnung Verantwortliche nutzen diese Maßnahme, um gezielt die Grundwasserstände zu erhöhen. Sie bezeichnen dies als "Aufhängen von Wasser im Gelände".

© Hubert von Grabczewski - Gestörter unterirdischer Abfluss am Nordkanal


Sind nun in Siedlungszonen die Grundwasserstände gestiegen und die Bebauungen kommen in einen schadensgeneigten Bereich, kann man durch eine gezielte Wasserhaltung diesem Mißstand begegnen. Die Sonderfachleute, die dies u.a. umsetzen ist die Berufsgruppe der Hydrogeologen.

Nachstehend ein Beispiel einer Kartierung für eine Grundwasserhaltung.

Beispiel eines Antrages zur Wasserhaltung, der den Bürgern in Korschenbroich vorgelegt, jedoch nicht umgesetzt wurde.


Könnte dieser Zustand für Ihre Problemlage zutreffen, sprechen Sie uns an.

In unserem "knowledge team" ist auch dies Sonderfachwissen zahlreich vertreten. Auch hier trift zu, daß es keine Allroundlösung gibt, sondern diese jeweils individuell ausgearbeitet werden muss.